Von Kaiserkrönung und Bruderzwist

Berühmtheit erlangte die Burg sowie das Dorf Trausnitz als Ort der Gefangennahme Friedrichs des Schönen von Österreich und Versöhnung mit König Ludwig dem Bayern. Damaliger Burgherr war Weigand von Trausnitz.


Nach dem Tod von Kaiser Heinrich VII. im Jahre 1313 stand eine Kaiserwahl im römischen Reich deutscher Nation durch die Kurfürsten bevor.


Friedrich der Schöne glaubte, dass er, durch seine Abstammung in erster Linie für die Wahl in Betracht käme. Doch die Mehrheit der Fürsten entschied sich für seinen Vetter Ludwig den Bayern. Ludwig nahm die Wahl an. Aber auch Friedrich erachtete sich als rechmäßigen Kaiser.


Am 25. November 1314 war beider Kaiserkrönung. Beiden Krönungen hafteten Mängel an, so dass Zwistigkeiten und Kriege die kommenden Jahre überschatteten. Der Bruderkrieg fand seine Entscheidung am 28. September 1322 in der letzten großen Ritterschlacht auf den Feldern zwischen Mühldorf und Ampfing. Durch eine Kriegslist des berühmten Feldhauptmanns Seyfried Schweppermann wurde der zehnstündige Kampf beendet. Ritter Albrecht Rindsmaul, einem Nürnberger war der Ruhm beschieden, Friedrich zu überwältigen und in das Lager des Siegers zu führen. Ludwig der Bayer übergab seinen fürstlichen Gefangenen in den Gewahrsam seines treuen Gefährten Weigand von Trausnitz.


Die Wahl als Ort der Gefangenschaft fiel auf Trausnitz, da die Burg als Verlies im Reich unbekannt war und somit Friedrich vor den Befreiungsversuchen seines Bruders Herzog Leopold von Österreich verborgen blieb.


Dadurch sicherte sich Trausnitz einen bleibenden Platz in der Geschichte unseres Volkes.


Vertrag von Trausnitz

Bald nach der Gefangennahme Friedrichs begannen die diplomatischen Verhandlungen zur Befreiung des Herzogs aus der Haft. Erster und bekanntester Vermittler für Friedrich war Papst Johannes XXII. Die missglückte Belagerung von Burgau im Jahre 1324 veranlasste König Ludwig zu einer Aussöhnung mit seinem Vetter zu gelangen. Die Vertreter dieser Verhandlungen waren auf Seiten Friedrichs sein Mitgefangener Marschall Ritter Dietrich Pillichtorffer und Ludwigs Gefährten Burggraf Friedrich von Nürnberg und Graf Berthold von Henneberg.


Wesentlichen Anteil hatten auch die Beichtväter der beiden Könige, Conrad Augustinerprior in München und Godefried, Prior von Auerbach im Allerheiligenthal in Steiermark.


Das Ergebnis dieser Bemühungen war der Trausnitzer Vertrag, der am 13. März 1325 auf der Burg Trausnitz von Friedrich dem Schönen unterzeichnet wurde. Der Vertrag beinhaltete folgende Hauptpunkte:

  • Ludwig gibt Friedrich ohne Lösegeld frei
  • Friedrich verzichtet auf die deutsche Krone
  • dass sich Friedrich und seine Brüder mit Ludwig verbünden gegen jedermann ("natürlich wider den, der sich Pabst nennt und all seine helfer und grünner, dieweil er gegen den Chünig und das reich ist")
  • dass das Land dem Reich gehört und das Lehen empfangen wird
  • dass die Herzöge von Österreich ihre Lehenstreue veranlassen, sich dem König zu unterwerfen
  • dass Friedrich seine Tochter Elisabeth dem Sohne Ludwigs, dem Herzog Stefan gebe (Elisabeht war damals 8 Jahre, Stefan 6 Jahre alt)

Nach zweieinhalbjähriger Haft versöhnten sich beide in der alten Pfarrkirche, der heutigen Versöhnungskapelle und empfingen aus der Hand von Bruder Godefried die heilige Kommunion.